es lebe der sport: über do's und don'ts in der trainingsplanung

Ab sofort findet ihr hier regelmäßig persönliche Beiträge zu aktuellen Themen rund um Training und Wettkämpfe – verfasst von unserem Salzburg Trailrunning Festival Running Team. Lasst euch inspirieren, entdeckt neue Wettkämpfe oder holt euch frische Motivation für euer eigenes Training.
Dieses Monat berichtet unser Multiathlet Kuli über seine Erfahrungen zum Thema Trainingssteuerung und gibt ein paar grundlegende Tipps. Trotz aller Seriosität beim Training ist ihm aber ein Punkt immer besonders wichtig:
„Gesund bleiben und Spaß haben.“
Hi, ich bin Michael (Spitzname Kuli),
Ich sehe mich ein wenig als Multisportler im Team, da ich zum größten Teil im Triathlon verankert bin. Seit 2005 habe ich ca. 15 Langdistanzen und unzählige Sprint- Kurz- und Mitteldistanzen absolviert. Zweimal war ich als Altersklassenathlet bei der WM auf Hawaii mit dabei und einmal bei der 70.3 WM in Zell am See. Dazu habe ich noch einige Meistertitel in meiner Altersklasse erreicht und hab einfach viel Freude am Sport.
Zum STF Running Team bin ich gekommen, weil ich meine Freunde Sepp und Wolfi oft als Helfer bei den Veranstaltungen unterstützt habe, ob beim Aufbau, an den Labestationen oder beim Streckenmarkieren.
Ab und zu starte ich auch bei diversen Bewerben wie dem Gaisbergtrail, alles was sich im Rahmen von max. 30 Km bewegt.
Anknüpfend an den Beitrag von Wolfgang würde ich euch heute gerne ein paar grundlegende Tipps zum Thema Trainingssteuerung geben und lege gleich los.
Zuallererst solltet ihr für euch die genauen Ziele definieren.
Bin ich ein Genussathlet und möchte die Natur erleben oder Sicherheit im Gelände und damit Technikerfahrung sammeln, meine Leistungen und Umfänge/Höhenmeter steigern oder bestimmte Strecken und Zeiten erreichen und an Wettkämpfen teilnehmen.
Egal zu welchem Typ du gehörst, du solltest gleich zu Beginn eine spotmedizinische Untersuchung machen. Man hat danach die Gewissheit, dass man gesund ist und kann von Anfang an in den richtigen Bereichen trainieren. Bei ambitionierten Athleten macht so eine Untersuchung zumindest einmal pro Jahr gegebenenfalls auch öfter sicher Sinn.
Gerade am Anfang ist es wichtig seine Ziele klar zu formulieren (z. B. Zeitraum, Umfang, Prioritäten), ohne Zwang zu Kennzahlen.
In den letzten Jahren haben viele Leute in meinem Umfeld begonnen ihre Trainingssteuerung mit der KI selber zu erstellen. Sicher da kann man sich tolle Trainingspläne herunter-laden, die auch ganz okay sind aber eine Trainingssteuerung sieht aus meiner Sicht anders aus.
Idealerweise würde ich euch raten bei einer ausgebildeten Trainerin, einem ausgebildeten Trainer (Trailrunning/Leichtathletik, ggf. Bergsport-Erfahrung) zu trainieren.
In den Jahren habe ich zu oft erlebt, dass ehemalige Athleten ohne jede Ausbildung anderen Trainingspläne schreiben. Zumeist endete das mit Verletzungen durch Überbelastungen und dem nicht einhalten ausreichender Ruhephasen, daher würde ich euch dringend davon abraten.
Bei Einsteiger:innen, dem Wiedereinstieg nach Pause/Verletzung oder bei ambitionierten Zielen/Wettkämpfen macht ein Trainer Sinn.
Die Aufgaben des Coaches sind neben einem strukturierten Training und damit verbunden individuellen Anpassungen im Bereich der Technik Feedbacks zu geben, der gemeinsamen Wettkampfplanung und ganz wichtig die Belastungssteuerung im Auge zu haben.
Ich kann hier aus eigener Erfahrung sagen, dass ich durch gezielte Trainingssteuerung in den letzten 20 Jahren kaum nennenswerte körperliche oder gesundheitliche Probleme durch zB. Überbelastungen hatte.
Dabei war es mir immer wichtig die vorgegebenen Pläne so gut wie möglich umzusetzen, aber auch dem Trainer wöchentlich ein Feedback geben.
Zu guter Letzt und weil es mir echt am Herzen liegt eine Liste meiner absoluten No-Gos:
- Unrealistische Ziele setzen oder einen zu kurzen Zeitraum dafür definieren.
- Zu schnelle Steigerung von Umfang/Intensität.
- Zu intensive und umfangreiche Einheiten in den Trainingslagern.
- Schmerzen ignorieren; Downhill-Resistenz nicht trainieren.
- Monotonie (immer gleiches Tempo/gleiche Strecke).
- Neues/Falsches Material/Ernährung ungetestet im Wettkampf.
- Sicherheitsaspekte und Wetter ignorieren.
- Zu viele Wettkämpfe in zu kurzen Abständen
Meine Empfehlungen kompakt zusammengefasst:
- Bei Unsicherheit: professionelle Beratung/Coaching in Anspruch nehmen.
- Trainingstagebuch (Belastung, Schlaf, Gefühl) führen – Grundlage für Anpassun-gen.
- Technik regelmäßig üben; Ausrüstung und Ernährung rechtzeitig testen.
- Sicherheit: Tourenplanung, Wettercheck, Notfallinfo, Basics im Rucksack.
- Freude am Prozess bewahren, Plan flexibel halten.
Und am wichtigsten: gesund bleiben und Spaß haben.
Damit wünsche ich euch viel Erfolg beim Erreichen eurer Ziele und vergesst nicht.
„Es lebe der Sport“
LG euer Kuli